21 Mai
"HT Münchens A-Junioren erhalten zweite Chance zum Bundesliga-Aufstieg"
Merkur-Bericht zur Bundesliga-Quali der mA
10 Jun
männliche A-Jugend
Merkur-Bericht zur Qualifikationsrunde zur 1. Liga
Mit freundlicher Genehmigung des Münchner Merkurs.
Bericht: Umberto Savignano
Foto: Walter Slavik
HT München scheitert im zweiten Versuch: Aufstieg in 1. Jugendbundesliga verpasst
Die A-Jugend von HT München wird beim Qualifikationsturnier in Ludwigshafen nur Fünfter. Drei Siege wären nötig gewesen, um in die höchste deutsche Spielklasse aufzusteigen.
Unterhaching/Taufkirchen – Es war eine großartige Saison für HT Münchens A-Jugend. Meister der 2. Bundesliga Süd, DHB-Pokalsieg: Bis Mitte April holte das Team von Trainer Robert „Wiggerl“ Hofmann die maximale Ausbeute. Der letzte große Coup gelang aber nicht mehr: Eine Woche nach dem Scheitern im ersten Anlauf verpassten die Nachwuchshandballer aus dem Hachinger Tal auch die zweite Chance, in die 1. Jugendbundesliga aufzusteigen. Platz drei unter fünf Teilnehmern wäre beim Qualifikationsturnier in Ludwigshafen nötig gewesen, HT blieb aber ohne Sieg und wurde Fünfter.
„Klar ist die Enttäuschung da. Es ist nicht so gelaufen wie erhofft, obwohl wir an diesem Wochenende sicherlich deutlich besser gespielt haben als am vergangenen, und zwar in allen Spielen“, bilanzierte Co-Trainer Patrick Zeiler, der zugleich einräumte, dass die Mannschaft ihr Potenzial nicht optimal ausschöpfen konnte: „Drei, vier Spieler sind nicht an ihre Leistungsgrenze herangekommen, und dadurch gab es ein paar technische Fehler, die so während der Saison nicht passiert sind. Das wird von so guten Mannschaften sofort ausgenutzt.“
Die zwei stärksten unter den vier Kontrahenten warteten schon am ersten Turniertag auf HT. Zum Auftakt unterlag man dem am Ende zweitplatzierten TV Bissendorf-Holte mit 19:25. „Bissendorf war sehr, sehr gut eingespielt und vorbereitet. Sie haben sehr viel Willen gezeigt, die entscheidenden Spieler haben das vom Kopf her über das gesamte Turnier gut durchgezogen“, lobte Zeiler die Qualität des Gegners. Noch besser war aber der VfL Gummersbach, gegen den HT das Pokalfinale im April noch gewonnen, beim ersten Qualifikationsturnier aber klar verloren hatte. Diesmal hieß es 17:24. „Gegen Gummersbach haben wir deutlich besser gespielt als letzte Woche, wir sind nicht in so einen Schock verfallen. Aber in den letzten Minuten haben wir dann doch zwei, drei Fehler zu viel gemacht“, analysierte Zeiler, der zudem verriet: „Außerdem hat sich dann schon abgezeichnet, dass wir uns am zweiten Tag mit zwei Siegen qualifizieren können. Wir haben deshalb auch schon angefangen, viel zu wechseln.“
Vor dem Duell mit der DJK SF Budenheim, tags darauf, war also noch alles drin. Eine Woche zuvor hatte HT diesen Gegner nach einer starken zweiten Halbzeit noch mit 25:17 niedergerungen. Diesmal stand am Ende eine 19:23-Niederlage. „Budenheim hat sehr gut gespielt. Wir hatten dagegen übers ganze Spiel hinweg zu viele technische Fehler und Fehlwürfe. Dazu kam auch Pfostenpech und ein paar nicht optimale Schiedserichterentscheidungen, die aber letztlich nicht entscheidend waren“, so Zeiler. Der größte Unterschied sei aber der zweite Durchgang gewesen: „Zur Pause stand es Unentschieden, wie eine Woche davor, aber da sind wir in einen Flow gekommen, mit einem Acht-Tore-Lauf zu Beginn der zweiten Halbzeit. Der ist diesmal ausgeblieben.“ Und so hatte das abschließende 16:21 gegen den ebenfalls gescheiterten Gastgeber HLZ Friesenheim-Hochdorf keine Bedeutung mehr.
Klar ist die Enttäuschung da. Es ist nicht so gelaufen wie erhofft. Drei, vier Spieler sind nicht an ihre Leistungsgrenze herangekommen, und dadurch gab es ein paar technische Fehler, die so während der Saison nicht passiert sind.
Co-Trainer Patrick Zeiler
Spannung weg
Zeiler konnte sich das Abschneiden der Mannschaft durchaus schlüssig erklären: „Das gewonnene Pokalfinale im April war wahrscheinlich der größte Vereinserfolg in der Jugend. Es ist auch klar, dass man das genießen soll. Aber wenn die Spannung, die du das ganze Jahr aufbaust, dann abfällt, ist es schwer, ein paar Wochen später wieder auf das hohe Niveau zu kommen, gerade, wenn man noch den Druck bedenkt. Dazu kamen die Belastungen durch die Schule sowie in unserem Fall leider auch Verletzungen und Krankheiten.“ Und so konnte das Team am Ende einer langen und trotzdem tollen Saison die maximale Leistungsgrenze nicht mehr erreichen: „Wir haben die Qualität im Kader, wir haben sie aber nicht aufs Feld gebracht.“
Trainerduo Hofmann/Zeiler hört auf – Christian Weigl neuer Chefcoach
Leider gab es zum Abschied keinen Jubel. „Für uns war es das letzte Turnier“, verkündete Co-Trainer Patrick Zeiler nämlich nach dem vergeblichen Kampf um die Bundesliga-Qualifikation, auch im Namen von Chefcoach Robert „Wiggerl“ Hofmann. „Bei ihm ist es eine zeitliche Frage, er schafft es nicht mehr, neben Familie und Beruf den Aufwand zu betreiben, den er für nötig hält“, so Zeiler.
Sieben Jahre war Hofmann als A-Jugendcoach tätig. „Ich habe selbst unter ihm gespielt und er hat mich, als ich aus der Jugend rauskam, gefragt, ob ich ihn als Co-Trainer unterstützen will. Das ist jetzt auch vier Jahre her“, erzählt Zeiler, der mit seinen 23 Jahren auch im Regionalliga-Team aktiv ist. „Mir war die Doppelbelastung aber gerade in den vergangenen zwei Jahren zu viel, ich war oft verletzt. Weil Wiggerl aufhört, ist das auch für mich jetzt ein guter Zeitpunkt. Ich will mich wieder mehr aufs Handballspielen konzentrieren und hoffe, dass ich gesund bleibe.“ Noch offen ist die Zukunft der weiteren Co-Trainer Tobias Fehrenbach und Hans Zeiler.
Neuer Chefcoach wird Christian Weigl, der in der zweiten Saisonhälfte die U23 des HT in der Bezirksoberliga als Nachfolger des beruflich sehr eingespannten Philipp Ball übernommen hatte und diese zum Aufstieg führte. Zuvor war Weigl in der Männer-Regionalliga Trainer des HT-Liga-Konkurrenten TSV 2000 Rothenburg gewesen.
Für Zeiler ist klar, dass der erfahrene Hofmann-Nachfolger (Jahrgang 1966) gute Voraussetzungen vorfindet: „Das hat auch das letzte Turnierspiel gegen Friesenheim gezeigt. Wir haben viel durchgewechselt und den Jungs Spielzeit gegeben, die noch nicht so viel gespielt haben. Die haben es gut gemacht“, so der scheidende Co-Trainer. „Das gibt Zuversicht, dass die A-Jugend auch nächstes Jahr wieder ganz oben angreifen kann. Der Kader ist vielleicht sogar noch einen Tick breiter, nicht nur sieben, acht Spieler haben ein hohes Niveau, sondern auch die Spieler von der Nummer neun bis 16.“
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